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Warum die Qualität des Trinkwassers mehr ist als ein Detail

Marie-Annett Grünewald
1. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Tagen

Wasser ist die Grundlage unseres Lebens – und trotzdem denken wir bei Ernährungsfragen selten zuerst daran. Dabei lohnt sich ein genauerer Blick, sowohl auf die Menge als auch auf die Qualität dessen, was wir täglich trinken.


Bild zeigt, wie eine Person Leitungswasser in ein Glas füllt

Wie viel Wasser wir eigentlich sind

Erwachsene Männer bestehen bei Normalgewicht zu etwa 60 % aus Wasser, erwachsene Frauen zu etwa 50 % – in der frühen Kindheit liegt der Wasseranteil sogar noch höher. Bei einem durchschnittlichen, 70 Kilogramm schweren Mann sind das etwa 42 Liter Wasser: rund 28 Liter befinden sich direkt im Innern der Körperzellen (intrazellulär), etwa 10,5 Liter umspülen als Zwischenzellflüssigkeit das Gewebe (extrazellulär), und rund 3,5 Liter zirkulieren als flüssiger Bestandteil unseres Blutes. Wasser transportiert Nährstoffe, leitet Stoffwechselendprodukte aus und hält sämtliche biochemischen Regelkreise in Gang.

Unsere tägliche Wasseraufnahme sollte im Idealfall ausgleichen, was wir über Urin, Stuhl, Schweiß und Atemluft ausscheiden. Solange Nieren und Hypothalamus gesund arbeiten, kann unser Körper kurzfristig schwankende Wasserzufuhr gut kompensieren – ganz ohne Wasser ist unsere Überlebenszeit allerdings auf wenige Tage begrenzt.


Durst ist mehr als nur ein Signal

Ein physiologisch interessanter Nebeneffekt: Durst wird vom Körper als eine Form von Stress verarbeitet und geht mit der Ausschüttung des Hormons Oxytocin einher – bekannt vor allem als "Bindungshormon". Oxytocin hat dabei offenbar noch weitere Effekte: Es scheint Appetit auf Kohlenhydrate und Salz zu hemmen, und einigen Studien zufolge kann es auch dämpfend auf Aggression und Angst wirken. Regelmäßiges statt seltenes, dafür reichliches Trinken größerer Mengen kann sich auf diesem Weg positiv auf unser Wohlbefinden auswirken.


Gutes Trinkwasser – mit Grenzen

Im internationalen Vergleich zählt deutsches Leitungswasser zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt und wird streng kontrolliert. Die 2023 novellierte Trinkwasserverordnung hat die Grenzwerte für verschiedene Schadstoffe wie Arsen, Blei und Chrom weiter verschärft und neue Substanzen wie PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) erstmals reguliert. Dennoch bleibt eine Lücke: Bestimmte Mikroschadstoffe – etwa Rückstände von Arzneimitteln, Hormonen oder Mikroplastik – werden bislang nicht routinemäßig überwacht.

Hinzu kommt: Die Wasserqualität kann sich auf der "letzten Strecke" – vom Wasserwerk bis zum heimischen Wasserhahn – noch einmal verändern. Ältere Rohrleitungen in der Hausinstallation können hier eine Rolle spielen. Wer unsicher ist, kann eine Wasseranalyse bei seinem örtlichen Versorger anfragen oder vorsorglich einen geeigneten Filter, etwa auf Aktivkohlebasis, nutzen.


Ganz allgemein kann es sinnvoll sein, die eigene Aufnahme umweltbedingter Belastungsstoffe möglichst gering zu halten – ein Gedanke, der zu einer bewussten, gesundheitsorientierten Lebensweise insgesamt passt.


Plastikvermeidung und hormonaktive Stoffe

Neben der Wasserqualität selbst spielt auch das Gefäß eine Rolle, in dem wir unser Wasser aufbewahren und trinken. Im Rahmen einer modernen, vorsorgeorientierten Lebensweise empfiehlt es sich, den Kontakt mit sogenannten endokrinen Disruptoren möglichst gering zu halten – das sind Substanzen, die in unserem Hormonsystem Wechselwirkungen auslösen können. Weichmacher (Phthalate) oder Bisphenol A (BPA) können sich unter bestimmten Bedingungen aus Kunststoffbehältern lösen, etwa bei Wärme oder längerer Lagerung.

Der Umstieg auf Glas- oder Edelstahlflaschen ist eine einfache, alltagstaugliche Maßnahme, um Wasser möglichst rückstandsfrei und schadstoffarm zu genießen – ganz ohne größeren Aufwand im Alltag.


Wasserqualität selbst verbessern – ein Überblick über Optionen

Es gibt verschiedene Wege, die Qualität des eigenen Trinkwassers zu Hause zu beeinflussen:

  • Dampfdestillation entfernt zwar zuverlässig Rückstände, entzieht dem Wasser jedoch auch alle gelösten Mineralien und Spurenelemente, wodurch es für den täglichen Trinkgenuss auf Dauer unphysiologisch ist.

  • Tischkannenfilter (etwa gängige Kannenfilter-Systeme): werden im Alltag häufig genutzt, bergen jedoch durch stehendes Wasser in Kunststoffbehältern und lange Standzeiten der Kartuschen ein erhöhtes Risiko für bakterielle Verkeimung und Weichmacher-Eintrag.

  • Aktivkohle-Blockfilter (Festinstallation/Auftischfilter): Eine verlässliche und hygienische Methode für den Hausgebrauch. Hochwertige Aktivkohle-Monoblöcke (wie z. B. gesinterte Aktivkohlepatronen) binden Chlor, Arzneimittelrückstände, Pestizide und Schwermetalle durch Adsorption, während gelöste Mineralstoffe im Wasser erhalten bleiben.


Praxistipp: Frische und Reinheit am eigenen Wasserhahn

Für eine optimale Trinkwasseraufbereitung im Alltag empfiehlt sich ein Aktivkohle-Blockfilter (z. B. Filterpatronen ohne chemische Zusätze), der direkt am Wasserhahn oder unter der Spüle montiert wird.

  • Verwirbelung: Ein nachgeschalteter Wasserwirbler bzw. Spezialstrahlregler am Auslauf sorgt für einen feinen Lufteintrag, bricht die Oberflächenspannung und verleiht dem Wasser einen frischen, weichen Geschmack ähnlich wie natürliches Quellwasser.

  • Filterhygiene: Um Verkeimungen vorzubeugen, sollte die Filterpatrone regelmäßig alle sechs Monate sowie nach längerer Abwesenheit (z. B. nach mehrwöchigem Urlaub) gewechselt werden.

Das ist meine persönliche Praxis – welche Lösung für Sie sinnvoll ist, hängt auch von Ihrer individuellen Wohnsituation und den örtlichen Gegebenheiten ab.


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Rechtlicher Hinweis: Aus gesetzlichen Gründen (HWG) weise ich darauf hin, dass die hier genannten naturheilkundlichen und umweltmedizinischen Zusammenhänge der allgemeinen Gesundheitsvorsorge dienen. Sie stellen keine Heilversprechen dar und ersetzen bei Beschwerden nicht die ärztliche Abklärung.


 
 
 

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